Diamant

Der beliebteste Edelstein der Welt

Der Diamant ist - neben Graphit, Lonsdaleit und den Fulleren - eine weitere Modifikation des Kohlenstoffes. Er ist der wohl beliebteste Edelstein der Welt, der chemisch betrachtet aus reinem und kristallinem Kohlenstoff besteht.

 

Der Diamant ist bis 18. Jahrhundert hinein nicht unter seinem heutigen Namen bekannt gewesen, sondern eher unter Adamas oder Demant. Ersteres stammt vom griechischen Wort adames ab und heißt übersetzt so viel wie unbesigbar.

 

Diamanten haben den Ruf, so hart wie Stahl zu sein. So manch eine Glasscheibe lässt sich beispielsweise mit einem geschliffenen Diamanten glatt aufschneiden. Der Diamant gilt als härtester Edelstein von allen: Mit einer Mohshärte von 10 ist er unangefochten an der Spitze. Das ist auch der Grund, warum ein Diamant beim Prüfverfahren nur mit einem anderen Diamanten geschliffen werden kann. Er ritzt dagegen alle anderen Materialien wie etwa Rubin, Topas oder Quarze.ant 1 Karat

Ein Diamant mit einem Karat ist von höchster Qualität und daher sehr kostbar. Der Preis für einkarätige Diamanten beträgt mehrere Tausend Euro: Zwischen 4.000 und 6.000 Euro kostet ein Karat. In reiner Form und geschliffen kann das Karat weit mehr als 20.000 Euro kosten.

 

Eine Farbveränderung kommt so gut wie nie zustande, sodass ein lupenreines Weiß zu sehen ist. Das liegt daran, dass die Atomstruktur sehr komplex aus, wodurch sich keine Spurenelemente ablagern können. Nichtsdestotrotz gibt es farbliche Diamanten:

 

Blaue Diamanten,
rote Diamanten,
schwarze Diamanten
oder rosafarbene Diamanten sind sehr selten und daher kostbar.

 

Am häufigsten bildet ein Diamant oktaederförmige Kristalle aus, die meist durchsichtig und farblos bis Weiß sind. Durch Verunreinigungen oder Kristalldefekte entstehen andere Farben eines Diamanten.

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Rohdiamanten

 

Rohdiamanten sind in der Regel günstiger, weshalb viele Edelstein-Liebhaber einen Rohdiamanten kaufen möchten. Der noch unverarbeitete Stein ist noch nicht geschliffen und über die Qualität des Diamanten lässt sich noch nichts sagen. Erst durch die professionelle Bearbeitung und durch die Expertise eines Fachmanns für Edelsteine wie zum Beispiel ein Juwelier ist die Güte des Diamanten zu ermitteln.

 

Rohdiamanten gibt es so gut wie nie für Privatleute zu kaufen: Der Grund dafür liegt darin, dass es eine eigenen Markt - ähnlich wie eine Börse - für Rohdiamanten gibt. Diamantenschleifer auf der ganzen Welt kaufen die edlen Rohmaterialien ein, die unter Umständen mehrere Tausend Euro einbringen. Der Kimberly-Prozess hilft dabei, den Überblick über die Herkunft der Rohdiamanten zu behalten. Das war vor allem in den 1990er Jahren wichtig, um sogenannte Konfliktdiamanten aus Afrika auszuschließen. Obwohl das heute nicht mehr der Fall ist, wird dennoch auf das Verfahren gesetzt. Das gewährt eine hohe Qualität, die nachverfolgbar ist. Ist der Rohdiamant einmal geschliffen, lässt sich seine Herkunft nicht mehr zurückverfolgen.

 

Die Börse befindet sich in Antwerpen, wo bis zu 85 Prozent aller Rohdiamanten aus der ganzen Welt angeliefert werden. Privatleute haben keinen Zugang zu der Börse, sodass sie nur einen fertig geschliffen Diamanten kaufen können.

 

Rohdiamanten werden vor allem in folgenden Ländern gefunden:

Südafrika (rund 52 Prozent)
Russland (31 Prozent)
Kanada (zehn Prozent)
Australien (sieben Prozent)

 

Die meisten der gefundenen Diamanten haben keine gute Qualität und werden daher in der Industrie eingesetzt. Rohdiamanten sehen auf den ersten Blick unspektakulär aus: Ein ungeübtes Auge verwechselt den noch zu bearbeitenden Diamanten mit einer Glasscherbe. Das liegt an der milchig-trüben Farbe, die an ein Stück Glas am Strand erinnert.

 

Schwarzer Diamant

 

Der schwarze Diamant ist ein sehr seltenes Exemplar, das sehr begehrt ist. Legenden und sogar Filme handeln von der seltenen Schönheit, die gerne in Totenkopf-Anhängern und anderen rockigen Schmuckstücken verarbeitet wird.

 

Die satte Farbe entsteht durch verschiedene Einflüsse aus Graphit, Metall- und einer weiteren Kohleverbindung. Ein typischer Fundort des schwarzen Diamanten ist Israel. Populär geworden ist der schwarze Diamant erst, als die synthetische Farbveränderung möglich war. Bei einem natürlich schwarz gefärbten Stein besteht immer die Gefahr der Splitterung, was bei einem künstlich eingefärbten Diamanten nicht der Fall ist. Das macht den Naturstein noch begehrenswerter, der dadurch im Preis steigt.

 

Zum schwarzen Diamanten passen Edelmetalle wie zum Beispiel Sterlingsilber oder Gelbgold.

 

Der berühmteste schwarze Diamant ist wohl der Black Orlov, der 67 Karat schwer ist. Der Legende nach ist er in Indien gefunden und von einem Mönch gestohlen worden. Zuletzt sei er im Besitz einer russischen Prinzessin gewesen. Wo sich der Edelstein heute befindet, weiß niemand so recht.

 

Blauer Diamant

 

Blaue Diamanten haben den Ruf nach Weisheit und Prestige: Das Königsblau ist früher den Adligen und Klerikern vorbehalten gewesen. Heute sind blaue Diamanten ein echter Hingucker, die in Ringen eingefasst sind. Sie erinnern an einen Saphir, der eine ähnliche Farbe aufweist. Die Form der Kristalle und die Moshärte verraten die Echtheit der seltenen Stücke.

 

Die blaue Farbe entsteht durch das Halbmetall Bor, das sich in die Kristallgitter setzt. Je mehr Bor enthalten ist, desto dunkelblauer ist der Edelstein.

 

Früher wurden vermehrt braune Diamanten synthetisch eingefärbt, sodass eine blaue Färbung erschien. Aufgrund der heute nachzuweisenden Zertifikate ist diese Handhabung nicht mehr so gebräuchlich: er also einen blauen Diamanten kaufen möchte, sollte auf ein Zertifikat bestehen.

 

Blaue Diamanten passen sehr gut Sterlingsilber, Weißgold oder Titan. Das macht sie zu den perfekten Edelsteinen für einen Verlobungsring.

Rosa Diamant

Ein besonders für die Damenwelt beliebter Diamant ist der rosafarbene Diamant: Fast 90 Prozent des seltenen Edelsteins werden in Australien in der Argyle-Mine ans Licht befördert. Auch andere Farben wie zum Beispiel

 

Champagner,
Blau
oder Cognac

 

sind in der berühmten Mine in Down Under zu finden.

Der rosafarbene Diamant wirkt sehr romantisch und verspielt. Er passt gut zu Silber, Rosé- oder Weißgold.

 

Roter Diamant

Der rote Diamant war einst der seltenste Diamant und äußerst begehrt. Seitdem in der australischen Argyle-Mine natürliche rote Diamanten gefunden wurden, hat sich das schlagartig geändert. Wie beim rosafarbenen Diamant auch hat der rote Diamant eine romantische Ader, die magisch auf den Betrachter wirkt. Da es nur seltene Exemplare gibt, ist die Forschung über die Farbentstehung noch nicht abgeschlossen. Forscher gehen davon aus, dass verschiedene Elemente zur Färbung beitragen.

 

Vor allem der rote Diamant ohne Oberton ist sehr außergewöhnlich und begehrt bei Sammlern.

Neben Australien gibt es Fundorte in Südafrika und in Brasilien. Der rote Diamant passt gut zu Gelb-, Rosé oder Weißgold.

 

Diamanten Preis

Der Diamanten-Preis hängt von verschiedenen Faktoren ab und errechnet sich unter anderem durch

 

die Reinheit,
der Schliff,
die Fluoreszenz
und die Farbe.

 

Wer einen Diamanten kaufen möchte, sollte sich diese Faktoren bewusst machen. Auf dem Diamantenmarkt gibt es nur Richtwerte: Auf unserer Webseite finden Sie jedoch den Endpreis für einen hochwertigen Diamanten.

 

Wichtig ist beim Kauf von Diamanten, dass ein gemmologisches Zertifikat beiliegt. Erst dadurch erhält der Diamant seinen vollen Wert, der sich dadurch bestimmen lässt.

 

Ein bearbeiteter Diamant kann unterschiedliche Schliffarten aufweisen, was den Preis beeinflusst. Es gibt zum Beispiel

 

rund brillant,
Princess-Schliff,
oval,
Kissen
oder Tropfen.

 

Für echte Romantiker ist der Herzschliff gefragt, der die Liebe zueinander ausdrückt. Der Rund-Brillantschliff ist der teuerste Schliff und wird höherpreisig angeschlagen. Die anderen Arten werden als fancy bezeichnet.

 

Diamanten kaufen

Wer Diamanten kaufen möchte, sollte sich im Vorfeld gut informieren. Neben dem Schliff spielt das Karat eine große Rolle: Ein Karat wiegt etwa 20 Gramm und ist eine übliche Standardnorm. Dadurch lassen sich Diamanten bestmöglich miteinander vergleichen und auf einer geeichten Karatwaage wiegen.

Das Gewicht ist allerdings nicht proportional auf den Preis anzurechnen. Die anderen Faktoren spielen eine weitere Rolle bei der Qualität und beim Diamanten-Preis.

 

So ist zum Beispiel die Farbe wichtig, die den Preis bestimmt. Juweliere richten sich an einer entwickelten Diamanten-Farbskala: Die beste Farbe ist mit einem D und die am niedrigsten bewertete Farbe ist mit einem Z markiert. Die Skala verfolgt also das Alphabet ausgehend vom Buchstaben D. Die niedrigste Einstufung ist eher gelblich und die beste schneeweiß bis farblos.

 

Zu guter Letzt ist die Reinheit zu analysieren, wofür eine spezielle Lupe mit 10-facher Vergrößerung eingesetzt wird.

 

Diamant 1 Karat: der Preis

Achten Sie darauf, dass ein Karat sehr beliebt ist. Die Aufrundung macht einen deutlichen Preisunterschied aus: So ist ein einkarätiger Diamant rund 20 Prozent teurer als ein 0,99 karätiger. Wem der Unterschied nichts ausmacht, der möchte einen Diamant 1 Karat kaufen und zum Beispiel für einen Verlobungsring verwenden. Der Solitärring ist der beliebteste unter den Verlobungsringen, der mit Sterlingsilber und einem hochwertigen Diamanten besticht.

Der Preis schwankt je nach Kurs und so kann ein einkarätiger Diamant rund 4.000 bis 6.000 Euro wert sein.

Teuerster Diamant der Welt

Der größte je gefundene Rohdiamant wurde 1893 in der südafrikanischen Jagersfontein-Mine gefunden. Er bot die Ausgangslage für den berühmten geschliffenen Excelsior Diamanten, der satte 995,2 Karat bzw. rund 194 Kilogramm schwer war. Da die Größe des Steins für einen einzelnen Käufer zu gewaltig war, wurde er in elf Einzelteile gespalten.

 

Der Diavik Foxfire gilt als größter Diamant, der in Kanada gefunden wurde: Der Diamant ist 187,7 Karat schwer.

 

Der teuerste Diamant der Welt ist der Prince Diamond, der unvorstellbare Summen an den Tag legte. Nahezu 40 Millionen US-Dollar ist der Diamant wert, der fast 35 Karat hat. Das Besondere daran ist die rosafarbene Tönung. Der Edelstein stammt aus einer Mine in Südindien und konnte die bisherige Rekordsumme ablösen. Der Martian Pink wurde ein Jahr zuvor im Auktionshaus Christie’s für satte 17,4 Millionen Euro versteigert. Er hat ebenfalls eine pinke Färbung und galt bis dato als teuerster rundgeschliffener Diamant der Welt, der jemals in einem Auktionshaus versteigert wurde. Doch auch andere Edelsteine, wie beispielsweise Aquamarine, Opale, Rubine und Smaragde können hohe Summen einbringen.